Berlin. Am 7. März 2018 fand in der Repräsentanz der Robert-Bosch-Stiftung in Berlin die Auftaktveranstaltung zur bundesweiten Initiative Demenz und Migration „DeMigranz“ statt. Das Ziel dieses mehrjährigen Prozesses ist es Menschen mit Migrationshintergrund über das Krankheitsbild Demenz sowie über Zugangsmöglichkeiten zu Unterstützungsangeboten zu informieren. Dadurch soll die Lebenssituation von dementiell erkrankten Menschen mit Migrationshintergrund sowie deren Familien in den jeweiligen Bundesländern verbessert werden. Mit dem Projekt soll eine bundesweite Initiative angestoßen werden, die den Aufbau von Informations- und Beratungsangeboten vorantreibt sowie Akteure und Netzwerke aus Politik und Praxis zusammenbringt.
Zunächst wurden die Praxispartner aus aus den Pilot-Bundesländern Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Sachsen vorgestellt, zu welchen auch das Diakonische Institut für Soziale Berufe (DI) zählt.
Das DI ist bundesweit als einzige Altenpflegeschule bei DeMigranz vertreten. Bei der Auftaktveranstaltung zeigte Herr Matthias Brugger von der Altenpflegeschule in Friedrichshafen, wie Menschen mit Migrationshintergrund, deren Familien sowie die Migrationsverbände und -vereinigungen von Anfang an in die notwendigen Prozesse eingebunden werden können. Als Beispiel diente dabei der Aufbau und die Arbeit des Arbeitskreises „Interkulturelle Pflege Friedrichshafen“ sowie die beratende Funktion beim Aufbau des Arbeitskreises „Kultur- und religionssensible Pflege in der Stadt Singen“.
Großes Interesse bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den anderen Bundesländern weckte auch Frau Hermann vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg mit ihrer Vorstellung des „Innovationsprogramms Pflege“.
In der Mittagszeit fand ein Marktplatz statt, auf welchem Projektpartner ihre Arbeiten vorstellten. Die deutsch-türkisch bzw. deutsch-arabisch-sprachigen Broschüren „Pflege und Religion - Schwerpunkt Islam“ am Stand des Diakonischen Instituts für Soziale Berufe sowie die Arbeit der Altenpflegeschule in Friedrichshafen stießen hier auf großes Interesse. Am Stand wurden Ideen ausgetauscht, Inhalte vertieft und neue Kontakte geknüpft.

Nachmittags fanden sich die Teilnehmer/innen zu verschiedenen Austauschrunden und Workshops zusammen. Themen waren unter andern:
·         persönliche Verbindung mit den Themen Demenz bzw. Migration und ein möglicher persönlicher Einsatz
·         Welche Arbeiten wurden bisher in der jeweiligen Einrichtung, Stadt oder Bundesland zum Thema Demenz und Migration geleistet?
·         Was sind die Wünsche und Anregungen für die Zukunft?

Den Abschluss des Tages bildete der Kabarettist Benaissa Lamroubal mit seinem sehr rührenden, lustigen, anregenden, aber auch nachdenklichen halbstündigen Programm. Benaissa erklärt darin, dass es für viele „Leute aus dem Orient“ sehr schwierig und schwer ist, die deutsche Sprache zu erlernen, da es im Arabischen nur drei Vokale: „a“, „i“ und „u“ gibt. Und dieses kann dann zu urkomischen Missverständnissen führen.

DeMigranz Berlin 2018 Fr. Kuhn 1  
  DeMigranz Berlin 2018 Hr. Brugger 1